Regionssportbund Hannover zieht sich aus Schwimmoffensive zurück

Der Regionssportbund Hannover hat seinen Rückzug aus der Schwimmoffensive erklärt. Grund sind nach Angaben des Verbandes unterschiedliche Einschätzungen zur künftigen Ausrichtung und Wirksamkeit des Projekts im Vergleich zu den bisherigen Kooperationspartnern, dem Stadtsportbund Hannover und dem Turn-Klubb zu Hannover. Mit dem Schritt setzt der Regionssportbund nach eigener Darstellung ein Zeichen für eine strategische Neuausrichtung.

Aus Sicht des Regionssportbundes sind die durch die Corona-Pandemie entstandenen Schwimmdefizite inzwischen weitgehend aufgeholt. Vor diesem Hintergrund sollten verfügbare Mittel künftig stärker in neue und nachhaltige Projekte investiert werden.

Unterschiedliche Auffassungen gibt es vor allem bei der Frage, wie nachhaltige Strukturen im Schwimmsport gestärkt werden können. Während die Kooperationspartner nach Angaben des RSB betonen, dass die Schwimmoffensive durch kostenfreie Angebote, zusätzliche Kursformate und Netzwerkarbeit langfristige Effekte erzielt und den Übergang in Vereinsangebote verbessert habe, sieht der Regionssportbund die Hauptverantwortung für das Schwimmenlernen weiterhin im organisierten Sport und im Schulsystem.

Aus Perspektive des RSB sind es vor allem die schwimmsporttreibenden Vereine und der Schulsport, die Schwimmfähigkeit dauerhaft sichern können. Sie verfügten über die notwendige fachliche Kompetenz und Struktur, sofern ausreichend Wasserflächen und qualifiziertes Personal zur Verfügung stehen. Genau dort sieht der Verband weiterhin die größten Herausforderungen. Es fehlten Übungsleitende, zudem seien Schwimmbadkapazitäten begrenzt.

Die Partner der Schwimmoffensive teilen diese Einschätzung nach Angaben des RSB teilweise und benennen ebenfalls strukturelle Bedarfe. Dazu gehörten der Ausbau von Wasserflächen, die Qualifizierung von Personal und die langfristige Sicherung von Koordinationsstrukturen.

Der Regionssportbund kritisiert hingegen, dass die Schwimmoffensive aus seiner Sicht zu wenig zur nachhaltigen Stärkung bestehender Vereinsstrukturen beitrage. Zudem konzentriere sich ein Großteil der Effekte auf einzelne Vereine, insbesondere im Stadtgebiet Hannover, während eine flächendeckende Entwicklung ausbleibe.

Die Schwimmoffensive wurde von der Region Hannover initiiert und gefördert. Seit 2022 setzte sie sich für den Ausbau von Schwimmangeboten für Kinder sowie für die Qualifizierung von Interessierten und Engagierten zu Übungsleitenden im Anfängerschwimmen ein. Ziel der Kooperation zwischen dem Turn-Klubb zu Hannover, dem Stadtsportbund, dem Regionssportbund und dem Lehrter Sportverein, der bis 2023 Kooperationspartner war, war es, nachhaltige Strukturen im Anfängerschwimmen zu schaffen und die Schwimmfähigkeit von Kindern in der Region langfristig zu stärken.

Innerhalb der Kooperation hatte sich der Regionssportbund vor allem auf die Qualifizierung von Schwimmlernbegleitern konzentriert, um Vereine gezielt zu unterstützen. Grundsätzlich bleibe es Ziel des Verbandes, die Sportvereine nachhaltig zu stärken und Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten.

„Trotz unterschiedlicher Positionen besteht Einigkeit darüber, dass die Schwimmfähigkeit von Kindern weiterhin ein zentrales gesellschaftliches Anliegen bleibt“, erklärt Ulf Meldau, RSB-Vorsitzender für Sportpolitik.

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