
Großbatteriespeicher standen am Mittwoch im Mittelpunkt einer Fachveranstaltung der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg im Bürgerhaus in Bissendorf. Vertreter aus Kommunen, Stadtwerken, Planung und Energiewirtschaft tauschten sich über Chancen, Herausforderungen und Rahmenbedingungen der Speichertechnologie aus.
Im Mittelpunkt standen Fragen, wie sich Stromnetze stabilisieren lassen, welche Rolle Batteriespeicher für die Energiewende spielen und welche Möglichkeiten Kommunen bei Planung und Umsetzung haben. Fachleute aus der gesamten Metropolregion diskutierten diese Themen in der Wedemark.
Bürgermeister Helge Zychlinski begrüßte die Gäste als Gastgeber und machte deutlich, warum die Veranstaltung gut in die Wedemark passt. „Der Ausbau erneuerbarer Energien ist für uns zu einer strategischen Säule der gemeindlichen Entwicklung geworden. Wir gehen dabei bewusst über gesetzliche Vorgaben hinaus“, betonte er.
Die Wedemark zählt bereits heute zu den Vorreitern der Energiewende in der Region Hannover. Der erste große Freiflächen-Photovoltaikpark ist in Betrieb, weitere Anlagen befinden sich in Planung. Gleichzeitig laufen die Verfahren für den größten zusammenhängenden Windpark der Region Hannover auf Wedemärker Gebiet.
Wie weit die Entwicklung bereits fortgeschritten ist, zeigte am Veranstaltungstag ein Blick auf den Energiemonitor. Die erneuerbaren Anlagen in der Wedemark erzeugten zeitweise 203 Prozent des aktuell benötigten Stroms. Rechnerisch wurde damit mehr als doppelt so viel Strom produziert, wie Haushalte, Unternehmen und Einrichtungen vor Ort verbrauchten.
An dieser Stelle gewinnen Großbatteriespeicher an Bedeutung. Sie können Stromüberschüsse aufnehmen, zu einem späteren Zeitpunkt wieder bereitstellen und so Netze entlasten. Zugleich unterstützen sie die Versorgungssicherheit und schaffen bessere Voraussetzungen für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien.
„Wir wollen nicht nur geografisch der Kopf der Region Hannover sein. Unser Ziel ist es, die Herzkammer der Energiewende in der Region zu werden“, unterstrich Zychlinski. Großbatteriespeicher seien dabei ein wichtiger Baustein, um die Energiewende erfolgreich fortzuführen.
Zychlinski nutzte die Veranstaltung auch für Kritik an aktuellen energiepolitischen Weichenstellungen des Bundes. Einschränkungen beim Ausbau von Batteriespeichern sowie schlechtere wirtschaftliche Rahmenbedingungen für Windkraft und Freiflächen-Photovoltaik könnten die Energiewende ausbremsen, warnte er. „Wenn der Ausbau erneuerbarer Energien und der notwendige Speicherzubau gleichzeitig erschwert werden, droht am Ende eine Renaissance fossiler Energieträger. Das kann nicht unser Ziel sein“, machte der Bürgermeister deutlich.
In Fachvorträgen und Diskussionsforen informierten Experten über technische Grundlagen, rechtliche Rahmenbedingungen, wirtschaftliche Chancen und Fragen des Netzanschlusses. Die Teilnehmer nutzten die Gelegenheit zum Austausch und zur Vernetzung über kommunale Grenzen hinweg.
Die Veranstaltung machte deutlich, dass der Ausbau erneuerbarer Energien und leistungsfähiger Speicherlösungen zu den zentralen Zukunftsaufgaben der Kommunen gehört. Die Wedemark versteht sich dabei nicht nur als Gastgeber, sondern auch als aktiver Gestalter dieser Entwicklung.
