
Die historischen Kennzeichen BU, SPR und NRÜ sollen nach dem Willen von CDU und FDP wieder auf den Straßen sichtbar werden. Bis zur Gebietsreform 1974 gab es eigenständige Kennzeichen für die damaligen Landkreise Burgdorf, Springe und Neustadt am Rübenberge. Seitdem gilt für alle Automobile in der heutigen Region Hannover das Pflichtkennzeichen „H“.
Nach Auffassung von Oliver Brandt von der CDU und Klaus Nagel von der FDP ist nachvollziehbar, dass die Stadt Hannover ihr traditionsreiches einbuchstabiges „H“ behalten wollte. Zugleich sei jedoch die Chance vertan worden, parallel eine eigenständige Regionsidentität im Kennzeichensystem abzubilden. Andere Großräume zeigten, dass parallele Lösungen möglich seien. In München existieren nach Angaben der beiden Kommunalpolitiker heute sowohl „M“ als auch „MUC“. Kennzeichensysteme seien keine statischen Konstrukte, sondern könnten weiterentwickelt werden, wenn der politische Wille vorhanden sei.
Auch die Zahl möglicher Kennzeichenkombinationen spielt aus Sicht von CDU und FDP eine Rolle. Sie sei grundsätzlich begrenzt und werde durch verschiedene Ausschlussregeln zusätzlich reduziert. Der Schutz vor rechtsextremen Symbolen und Codes sei dafür ein wichtiger Grund. Weitere Einschränkungen führten jedoch dazu, dass der verfügbare Kennzeichenpool kleiner werde. In großen Städten zeige sich bereits, dass Kombinationen zunehmend knapper würden.
„Die Wiedereinführung der historischen Kennzeichen BU, NRÜ und SPR erweitert dagegen den verfügbaren Kennzeichenpool und schafft zusätzliche Kombinationsmöglichkeiten, ohne bestehende Kennzeichen zu verändern“, sagt Oliver Brandt.
Die Möglichkeit, historische Kennzeichen zu nutzen, stärke nach Auffassung des Burgdorfer Regionsabgeordneten die Identifikation der Bürger mit ihrer Region und ihrer lokalen Geschichte. Zugleich entstehe zusätzliche Wahlfreiheit, ohne bestehende Kennzeichen einzuschränken. Auch aus Sicht des Stadtmarketings seien BU, SPR und NRÜ eine gute und kostenlose Werbung für Burgdorf, Springe und Neustadt. Nach Auskunft von Klaus Nagel hat sich der Rat der Stadt Springe aktuell fast einstimmig für die Wiedereinführung des historischen SPR-Kennzeichens ausgesprochen.
Andere niedersächsische Landkreise, darunter Northeim, Göttingen, Hildesheim, Goslar und Aurich, hätten mit der Wiedereinführung von Altkennzeichen gute Erfahrungen gemacht. Deshalb befürworte mittlerweile auch die rot-grüne niedersächsische Landesregierung mit Ministerpräsident Olaf Lies ausdrücklich die Wiedereinführung regionaler Kennzeichen.
Die CDU- und die FDP-Regionsfraktion haben aus diesem Grund gemeinsam einen Antrag für die nächste Regionsversammlung gestellt. Ziel ist, dass bei der Kennzeichenwahl wieder der Bürgerwille zählen kann.
