Die Linke Region Hannover kritisiert in einer Pressemitteilung die geplante Kürzung der Vergütung für ambulante Psychotherapie um 4,5 Prozent ab April 2026 und warnt vor weiteren Belastungen für gesetzlich Versicherte. Nach Ansicht der Partei verschärft die Entscheidung des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenkassen die bereits angespannte Versorgungslage, statt zu Verbesserungen zu führen.
Psychotherapeuten sollen künftig weniger Geld für ihre Arbeit erhalten. Die Linke sieht darin ein fatales Signal, weil dadurch der Druck auf Therapeutinnen und Therapeuten steige, verstärkt auf Privatpatienten zu setzen. Schon heute warteten gesetzlich Versicherte oft monatelang auf einen Therapieplatz. Die geplante Kürzung verschärfe deshalb die Ungleichheit bei der psychischen Gesundheit.
Stephanie Carl, Mitglied im Kreisvorstand der Linken Region Hannover, erklärt: „Das ist ein weiterer Angriff auf unsere Gesundheit. Als Betroffene habe ich erlebt, wie belastend es ohnehin schon ist, einen Therapieplatz zu suchen und zu finden. Diese Kürzungen senden ein gefährliches Signal.“
Besonders betroffen sind nach Darstellung der Partei Menschen mit geringem Einkommen, Kinder und Jugendliche sowie migrantisierte und geflüchtete Menschen, die sich eine private Psychotherapie nicht leisten könnten.
Mizgin Ciftci, Kandidat der Linken für das Amt des Regionspräsidenten in Hannover, betont: „Gesundheit ist keine individuelle Frage, sondern eine soziale. Wer in Armut lebt, dauerhaft unter Stress steht und Ausgrenzung erfährt, hat ein deutlich höheres Risiko, psychisch zu erkranken und bekommt bald noch schwieriger Unterstützung. Der Sozialabbau der Regierung Merz wird diesen Effekt weiter verschärfen.“
Die Linke fordert vor diesem Hintergrund einen Ausbau der Versorgung für gesetzlich Versicherte. Dafür brauche es aus Sicht der Partei eine angemessene Vergütung und mehr dringend benötigte Kassensitze.
