Umfrage: Sprinti ersetzt Autofahrten und stärkt soziale Teilhabe

Der On-Demand-Verkehr „sprinti“ der Region Hannover wird von seinen Nutzern zunehmend als wichtiger Bestandteil des öffentlichen Verkehrs wahrgenommen. Das zeigt eine Onlinebefragung, die das Deutsche Institut für Urbanistik im Auftrag der Region Hannover durchgeführt hat.

An der Umfrage nahmen zwischen Montag, 5. Januar, und Dienstag, 3. Februar 2026 insgesamt 1185 Personen aus allen Sprinti-Gebieten teil. Die Ergebnisse bestätigen nach Angaben der Region die Bedeutung des Angebots für die Mobilität im Umland, zeigen aber auch Bereiche auf, in denen Verbesserungen möglich sind.

Ein zentrales Ergebnis der Befragung ist die Rolle des Sprinti beim Schließen von Lücken im öffentlichen Personennahverkehr. Rund 17 Prozent aller Fahrten wären ohne das Angebot gar nicht unternommen worden, vor allem wegen fehlender Bus- oder Bahnverbindungen oder wegen zu großer Entfernungen zu Haltestellen. Gleichzeitig zeigt sich, dass Sprinti häufig Autofahrten ersetzt.

Verkehrsdezernent Ulf-Birger Franz sagt: „Der Sprinti erreicht im Umland genau das, was wir uns erhofft hatten, als wir ihn an den Start gebracht haben. Wir bringen den Menschen alltagsnah und digital den ÖPNV vor die Tür und greifen damit positiv in ihre Alltagsleben ein – und das Ganze auch noch zu einem unschlagbaren Preis. Ich freue mich, dass das Angebot im Alltag angekommen ist und so gut angenommen wird.“

Die Befragten nannten als wichtigste Gründe für die Nutzung Umweltbewusstsein, Kostenvorteile, den Wegfall der Parkplatzsuche und einen höheren Komfort. Die Ergebnisse zeigen zudem Auswirkungen auf den Autobesitz: Etwa ein Viertel der Haushalte gab an, dass Sprinti ihre Entscheidung über ein Auto beeinflusst habe. Sechs Prozent verzichteten ganz auf ein eigenes Fahrzeug, zehn Prozent auf einen Zweitwagen, weitere zehn Prozent denken über entsprechende Veränderungen nach.

Auch die soziale Bedeutung des Angebots wird deutlich. Besonders Familien profitieren von dem System. Rund 65 Prozent der Haushalte mit Kindern nutzen Sprinti, damit Jugendliche selbstständig unterwegs sein können. Ulf-Birger Franz erklärt dazu: „Der sprinti ersetzt so manches Elterntaxi. Das entlastet einerseits die Eltern und bringt ihnen Zeit, gleichzeitig stärkt es die Selbstständigkeit der jungen Menschen.“

Darüber hinaus erleichtert das Angebot vielen Menschen den Zugang zu medizinischer Versorgung. Vor allem in den Kommunen der Tarifzone C gaben rund 31 Prozent der Befragten an, dass Arzttermine ohne Sprinti schwerer wahrzunehmen wären. Auch Menschen mit Mobilitätseinschränkungen profitieren nach Angaben der Region von dem Angebot.

Die Verbindung zwischen Sprinti und dem regulären öffentlichen Nahverkehr funktioniert für viele Nutzer gut. Rund 41 Prozent kombinieren ihre Fahrten regelmäßig mit Bus oder Bahn. Für die Planung kombinierter Fahrten wird in den meisten Fällen die Sprinti-App genutzt. Verbesserungsbedarf sehen einige Befragte bei der Zuverlässigkeit von Anschlüssen an andere Verkehrsmittel.

Fast 40 Prozent der Teilnehmer gaben an, in den vergangenen sechs Monaten Veränderungen beim Angebot wahrgenommen zu haben. Die Mehrheit bewertet diese als Verbesserungen, was bei vielen auch zu einer häufigeren Nutzung geführt hat.

Regionspräsident Steffen Krach zieht ein positives Fazit: „Wir haben in den vergangenen Jahren gezeigt, dass es sich lohnt, im ÖPNV-Bereich auch mal die Extrameile zu gehen und besondere Ideen umzusetzen – und dabei auch die Menschen im Umland in den Fokus zu nehmen. Das ist bei allen Debatten um angespannte Haushaltslagen sehr gut investiertes Geld, weil es direkt bei den Menschen vor Ort ankommt. Mobilität ist ein wichtiger Baustein für eine hohe Lebensqualität – der sprinti hilft dabei.“

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