
Die Ortsfeuerwehr Bilm hat bei ihrer Jahreshauptversammlung auf ein ereignisreiches Jahr 2025 zurückgeblickt. Neben 17 Einsätzen, intensiver Ausbildungsarbeit und zahlreichen Veranstaltungen standen auch erste planungsrechtliche Prüfungen für einen möglichen neuen Standort des Feuerwehrhauses im Mittelpunkt.
Ortsbrandmeister Thomas Beckner eröffnete die Versammlung am vergangenen Sonnabend, 14. Februar 2026, und begrüßte Gäste aus Politik, Verwaltung und der Stadtfeuerwehr, bevor er seinen Tätigkeitsbericht vorlegte.
Zum Dienstag, 31. Dezember 2025, zählte die Ortsfeuerwehr insgesamt 151 Mitglieder. Davon gehören 44 der Einsatzabteilung, 13 der Altersabteilung, 11 der Jugendfeuerwehr, 15 der Kinderfeuerwehr sowie 68 passive Mitglieder an. Die Mitgliederentwicklung blieb damit insgesamt stabil, wobei insbesondere die Kinderfeuerwehr einen deutlichen Zuwachs verzeichnete.
Im Jahr 2025 wurde die Ortsfeuerwehr Bilm zu 17 Einsätzen alarmiert. Im Vergleich zu 23 Einsätzen im Jahr 2024 ist damit ein spürbarer Rückgang festzustellen, der sich mit dem allgemeinen Trend auf Stadt- und Abschnittsebene deckt. Die Alarmierungen gliederten sich in acht Brandeinsätze, sechs technische Hilfeleistungen, einen ABC-Einsatz im Rahmen einer Alarmübung sowie zwei Fehlalarme. Das Einsatzjahr begann am 1. Januar mit einem gemeldeten Scheunenbrand in Wassel. Es folgten unter anderem Einsätze im Bereich des Klinikums Wahrendorff, bei Kali & Salz sowie mehrere kleinere Brandereignisse. Auch Türöffnungen, Einsätze wegen auslaufender Betriebsstoffe und eine Alarmierung zu einer Person im Wasser forderten die Einsatzkräfte. Ein größerer Einsatz ereignete sich bei einem Industriebetrieb in Höver, wo ein überhitzter Firniskessel eine starke Rauchentwicklung verursachte.
Hohe Ausbildungsintensität und starkes Engagement im Dorfleben
Das Ausbildungsniveau blieb auch 2025 hoch. Im Rahmen regelmäßiger Aus- und Fortbildungen standen Themen wie Atemschutz, Brandmeldeanlagen, Verkehrsabsicherung, Wasserförderung, CSA-Training und Rechtsgrundlagen im Fokus. Gemeinsame Übungen mit Nachbarfeuerwehren sowie Ausbildungsdienste im ABC-Zug der Region Hannover Ost stärkten die Zusammenarbeit über Ortsgrenzen hinweg.
Darüber hinaus war die Ortsfeuerwehr erneut fest im Dorfleben verankert. Veranstaltungen wie das Osterfeuer, das Knutfest und die Heimberg-Fuchs-Wettkämpfe prägten das Jahr. Der Heimberg-Fuchs-Wettbewerb hat sich inzwischen weit über den Brandabschnitt hinaus einen Namen gemacht. Bei Wettbewerben konnten die Mitglieder unter anderem erste Plätze beim Aue-Cup sowie in Equord und Bilm erreichen.
Jugendfeuerwehrwartin Marie-Antoinette Koch berichtete von einer konstanten Mitgliederzahl von sieben Jugendlichen, darunter zwei Mädchen und fünf Jungen. Neben feuerwehrtechnischer Ausbildung standen Spiel- und Freizeitaktivitäten im Mittelpunkt. Höhepunkte waren die Teilnahme am Stadtzeltlager sowie an verschiedenen Wettbewerben.
Kinderfeuerwehrwart Carsten Scholz hob die positive Entwicklung der Kinderfeuerwehr hervor. Die Mitgliederzahl stieg deutlich an. In den Diensten wurden feuerwehrbezogene Themen kindgerecht vermittelt, wobei Spiel, Kreativität und Gemeinschaft eine wichtige Rolle spielten. Besonders erfreulich sei der gestiegene Anteil an Mädchen und das insgesamt große Interesse.
Atemschutzbeauftragter Nils Bödecker berichtete, dass derzeit sieben einsatztaugliche Atemschutzgeräteträger zur Verfügung stehen, insgesamt 11 Mitglieder in diesem Bereich aktiv sind. Ausstehende arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen sollen zeitnah erfolgen. Die organisatorische Abwicklung habe sich deutlich verbessert, sodass Termine nach Rückmeldung der Stadtverwaltung in der Regel kurzfristig koordiniert werden können. Mehrere Atemschutzdienste sowie eine Heißausbildung in Bad Gandersheim ergänzten das Ausbildungsprogramm.
Ehrungen, Investitionen und Standortfragen
Im Rahmen der Versammlung wurden Philipp Klages und Bert Lochmann zum Oberfeuerwehrmann befördert, Florian Waltemathe zum Hauptfeuerwehrmann ernannt. Für 25 Jahre Mitgliedschaft wurde Malte Däwes geehrt, Ernst Heinrich Bettmann für 60 Jahre. Zudem erhielten 18 Mitglieder die Hochwasserehrennadel des Landes Niedersachsen für ihren Einsatz während des Weihnachtshochwassers 2023/2024.
Sven Grabbe, erster stellvertretender Stadtbrandmeister, berichtete von insgesamt 233 Einsätzen auf Stadtebene im Jahr 2025 und verwies auf die erstmals in Sehnde durchgeführte Qualifikationsstufe 3 der modularen Grundausbildung. Tim Herrmann, stellvertretender Brandabschnittsleiter, nannte 1.875 Einsätze im Brandabschnitt IV und hob die zunehmende Bedeutung von Drohneneinsätzen sowie die Weiterentwicklung des ABC-Konzepts hervor.
Der stellvertretende Bürgermeister Ralf Marotzke dankte den Einsatzkräften für ihr ehrenamtliches Engagement und informierte über umfangreiche Investitionen in Fahrzeuge und Ausstattung. Neben einer großen Fahrzeugbeschaffungsrunde im Umfang von rund 1,6 Millionen Euro wurden unter anderem Einsatz-Tablets, Laptops für Führungskräfte und weitere Ausstattungsgegenstände angeschafft. Auch Planungen zur Sirenentechnik und bauliche Maßnahmen an Feuerwehrhäusern wurden vorangetrieben. Zudem seien erste planungsrechtliche Prüfungen für einen möglichen neuen Standort des Feuerwehrhauses in Bilm angelaufen, zwei potenzielle Flächen wurden bereits besichtigt.
Zum Abschluss dankte Ortsbrandmeister Beckner allen Mitgliedern und ihren Familien für die geleistete Arbeit und den Zusammenhalt. Für die kommenden Monate kündigte er einen Tag der Feuerwehr an und verwies auf die Vorbereitungen für das 100-jährige Jubiläum im Jahr 2027, das gemeinsam mit dem Schützenverein gefeiert werden soll. Mit den Worten „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“ endete die Versammlung.

