Smartphones sind allgegenwärtig. Für Kinder oft zu früh. In Sehnde setzt sich die bundesweit aktive Elterninitiative „Smarter Start ab 14“ dafür ein, Kindheit zu schützen und Eltern zu stärken. Die Initiative betont dabei, dass sie nicht gegen Technik ist, sondern für Kindheit. Es wird Wert auf den Aufbau einer Digitalkompetenz von Schülern, LehrerInnen und Eltern ab der Grundschule gelegt. In Sehnde steht Anika Rust im Mittelpunkt, die sich vor Ort für Aufklärung, Vernetzung und konkrete Lösungen engagiert.
Eine Sorge aus dem Alltag
Anika Rust ist Mutter einer Viertklässlerin, die eine Sehnder Grundschule besucht. Im Umfeld ihrer Tochter erlebt sie, wie dauerpräsent Smartphones bereits bei Kindern sind. „Schon im Grundschulalter beeinflussen Smartphones Gespräche, Gruppenzugehörigkeit und Selbstwahrnehmung“, sagt Rust. „Viele Kinder sind gedanklich ständig online. Das geht zulasten von Konzentration, sozialem Lernen und echter Kindheit.“ Studien und schulische Erfahrungen zeigen, dass frühe Smartphone-Nutzung mit Schlafmangel, Konzentrationsproblemen, sozialem Rückzug und einer erhöhten Anfälligkeit für problematische Inhalte einhergeht. Gleichzeitig fühlen sich viele Eltern unter Druck gesetzt, ihr Kind früh auszustatten, um Ausgrenzung zu vermeiden.
Vorbild Elsa-Brändström-Schule Hannover
Dass ein anderer Weg möglich ist, zeigt die Elsa-Brändström-Schule in Hannover. Dort wird eine handyfreie 5. Klasse eingeführt, in welcher die Kinder sowohl in der Schule als auch in der Freizeit über kein eigenes Smartphone verfügen. Getragen von Eltern und Schule gemeinsam. Der Leitgedanke ist klar: Erst Kindheit, dann Smartphone. Die Ziele sind eine ruhige Lernatmosphäre, mehr persönliches Miteinander und ein stressärmerer Übergang in die weiterführende Schule. An anderen Schulen in Deutschland hat man damit bereits gute Erfahrungen gesammelt. „Die Entscheidung aus Hannover macht Mut“, sagt Anika Rust. „Eine handyfreie Klasse ist kein Rückschritt. Sie schafft Raum für Lernen, Begegnung und Entwicklung.“
Ziel für Sehnde: smartphonefreie Klasse in Jahrgang 5
Konkret setzt sich die Initiative dafür ein, auch in Sehnde die Möglichkeit einer smartphonefreien Klasse im Jahrgang 5 zu schaffen und sucht dafür weitere interessierte Eltern. Das Angebot der smartphonefreien Klasse soll freiwillig sein. Die Entscheidung bleibt bei den Eltern. Unterricht, digitale Bildung und der Einsatz schulischer Geräte bleiben davon unberührt. „Wenn Eltern wissen, dass viele andere ebenfalls warten wollen, entsteht Sicherheit“, so Rust. „Dann wird aus einer individuellen Sorge eine gemeinsame Entscheidung.“
Anika Rust vom Verein Smarter Start ab 14, Ortsgruppe Sehnde, kann per Mail an rust.S14@web.de kontaktiert werden. Weitere Informationen gibt es auch unter www.smarterstartab14.de.
